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Cassie´s Geschichte…

Wir vermuten daß Cassie „wild geboren und aufgewachsen“ ist. Im Januar 2021 gebar sie 5 Welpen und da ein Unwetter auf Kreta herrschte, brachte sie die Welpen bei einem Schafsbauern im Stall unter. Der war natürlich not amused und rief Brigitte und ihre Crew an.

Die Welpen ließen sich gut einsammeln. Cassie mußte mit einer Falle gefangen werden. Bei Brigitte angekommen, wurde erstmal ein Zwinger für die kleine Familie eingerichtet. Normalerweise bleiben Welpen nicht draußen, aber Cassie ließ uns keine Chance.

Sie umsorgte liebevoll ihre Baby´s aber ließ sich von Menschen nicht anfassen und ging auch nicht mit zu den Gassirunden.

Irgendwann waren die Welpen flügge und haben ein Zuhause in Deutschland gefunden. Cassie blieb da…

Es verging noch einige Zeit, in der ich immer wieder überlegt hab, ob und wie ich sie zu mir holen könnte.

Einige Gespräche, mit Brigitte, weiter und die Sache war geklärt.

Cassie landete am 12.03.2021 in Frankfurt und wurde mir gebracht. Ich versprach Ihr das Sie solange bleiben könnte und sie die Zeit bekommt die sie braucht…

Sie war sehr ängstlich (verständlicherweise) und lief immer wieder vor mir davon.

Glücklicherweise mochte (und mag) sie alle anderen Artgenossen, so das sie sich schnell an meine beiden Mädels, Leyla und Clara, orientierte.

Der 1. und 2. Tag war schon eine kleine Herrausforderung. Sie kam nämlich nicht vom Garten ins Haus rein. An diesem Tag war es sehr kalt, regnerisch und windig.Und Cassie blieb draußen im Regen liegen und beäugte alles argwöhnisch. Nachdem ich mir dicke Sachen angezogen hatte und den Kaminofen befüllt hatte, habe ich die Haustür offen gelassen um ihr die Chance zu geben von allein reinzukommen. Nach ca. 2 Stunden war es dann soweit. Sie war drin und ich machte die Tür zu. Ich stellte mich schon darauf ein, das es beim nächsten Mal Pippi machen, genauso wird, aber beim nächsten Mal kam sie schnell wieder rein. Allerdings durfte ich nicht in der Nähe der Haustür sein.

Gefressen, besser gesagt geschlungen, hat sie mit den Mädels in der Küche, wobei ich auch da nicht in der Nähe sein durfte. Sie war ständig im Fluchtmodus, immer in Hab acht Stellung und nie entspannt. An streicheln oder Gassi gehen war gar nicht zu denken!

Nach der ersten Woche, durfte ich schon beim fressen dabei sein, aber ich durfte mich auch nicht bewegen.

Cassie war immer neugierig und man konnte förmlich spüren, das sie Kontakt zu mir sucht, aber wohl nicht wußte wie sie das anstellen sollte.

Nach 7 Wochen nahm sie das erste Leckerchen, allerdings mit gestrecktem Hals, aus meiner Hand, nach weiteren 2 Wochen konnte ich sie vorsichtig am Hals streicheln. Aber schnelle Bewegungen ließen sie immer wieder zurückschrecken.

Wochen und Monate vergingen….

Sie machte immer wieder kleine Fortschritte, fiel aber auch immer in ihren alten Modus zurück, wenn ich sie überforderte. Manchmal konnte ich sie dann wochenlang nicht streicheln, bis sie wieder Vertrauen gefasst hatte.

Natürlich gab es immer „gute Ratschläge“ aus meinem Umfeld, aber ich habe einfach auf mein Bauchgefühl gehört und ihr die Zeit gelassen die sie brauchte.

Am 12.03.2022 war Cassie nun schon 1 Jahr bei mir, an Gassi gehen immer noch nicht zu denken. Aber sie schlief neben mir im Bett und kam auf die Couch,( natürlich immer mit Abstand) und sie sprang nicht mehr sofort auf und rannte weg,wenn ich mich bewegte.

Mein Leben war bis dahin ganz schön eingeschränkt. Ich konnte keine Ausflüge unternehmen, geschweige denn in den Urlaub fahren. Cassie brachte mich echt an meine Grenzen!

Und trotzdem machte ich weiter und war geduldig mit ihr…

Dann kam der Durchbruch am 09.05.2022.

An diesem Morgen gab sie mir zu verstehen ,daß sie jetzt nicht mehr so eine große Angst vor der Leine hatte. Sie kam natürlich nicht schwanzweldelnd auf mich zu, als ich mit der Leine dastand, aber es ging relativ problemlos. Und dann war es soweit… Wir gingen GASSI!!! Zwar nur eine kurze Runde aber immerhin… Ihr könnt Euch nicht vorstellen welches Gefühlschaos in mir ausbrach.

Zwei Wochen gingen wir morgens und abends den selben Weg. Die Maus war zwar noch sehr vorsichtig, aber trug die Rute oben und schnüffelte hier und da ganz interessiert. Ihre Geschäfte erledigte sie aber weiterhin im Garten.

Nach einer weiteren Woche veränderte ich die Route und auch das hat geklappt.

Und heute am 31.05.2022 waren wir schon 1 Stunde Gassi. Das hat ihr anscheinend so gut gefallen, das sie gerade vor der Gassirunde schwanzweldend auf mich zukam und sich OHNE Probleme anleinen ließ!

Wenn die Maus mich auch an meine Grenzen gebracht hat und mich in meiner Lebensqualität sehr beschnitten hat, würde ich Ihr immer wieder diese Chance geben.

Es erfüllt mich mit Freude und tiefer Dankbarkeit,wenn sie mich zum spielen auffordert, sich freut wenn ich nach Hause komme und mich anstuppst, wenn sie gestreichelt werden möchte.

Sie ist zwar noch weit davon entfernt, sich wie ein „Familienhund“ zu benehmen, aber ich halte mein Versprechen und gebe ihr die Zeit die sie braucht.

Eure glückliche Marion