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Bessie´s got the blues

Zwischen all den armen Socken die wir in Obhut kriegen, kommt manchmal ein echter Herzenbrecher zu uns. Bessie ist so eine.

Drückt Bessie bitte die Daumen

Sie sieht aus wie 12, ist aber erst 2 Jahre alt. 

Sie ist das Resultat von Vernachlässigung. An ihr sieht man, was es für eine Hündin bedeutet als Welpenfabrik ausgenutzt zu werden. Es hat eine Woche gedauert, bevor sie sich getraut hat, mit uns Gassie zu gehen.

Langsam sucht sie ganz vorsichtig Zuneigung, klar und deutlich eine neue Erfahrung für sie.

Sie kann kaum glauben wo sie gelandet ist und es ist als ob sie befürchtet, dass alles nur ein Traum ist. Nein, sie ist kein süßer Welpe und auch kein prächtiger „Trophäen-Hund“.

Parasiten und zu viele Würfe haben ihre Spuren hinterlassen.

Ihre Schönheit liegt in ihren Augen, und das sie wieder ja sagt zum Leben! Sie wird eine Weile bei uns bleiben, bis ihr Hautproblem Geschichte ist.

Unsere Hoffnung ist, dass sich in diese Zeit ihr melancholischer Blick ändert, in einen „ich hab Spaß und fühl mich wohl“ Blick. Der Anfang ist da! Schluss mit dem Blues!

Als Krönung hoffen wir, dass unsere „Bess“ ihren „Porgy“ findet[1], einen Partner zum Lieben für den Rest ihres Leben. Wenn eine es verdient, dann sie!

[1] Referenz nach ein Aria aus den Oper „Porgy & Bess“ von Gershwin, hier gesungen durch Nina Simone so wie ich es kennengelernt habe.

Liebe Grüße,
Eure Tamara

Anmerkung

Bessie kommt von einem Animal Horder und wurde nur rausgegeben für eine dringend erforderliche Behandlung von Demodex und tiefen Hautentzündungen. 

Wir geben alles, dass wir sie behalten dürfen, aber im Moment sieht es noch so aus, dass sie zurück muss. 

Es ist eine Gratwanderung mit dem Horder. Wir kümmern uns dort um viele Tiere und versuchen für alle Tiere eine deutliche Verbesserung zu erreichen. 

Wenn wir uns jetzt bei Bessie auf die Hinterbeine stellen gefährden wir das ganze Projekt. Nämlich nach und nach alle 40 Hunde zu kastrieren, die Welpen rauszuholen, Hütten aufstellen zu dürfen und, und, und… 

Dies ist die berühmte Gratwanderung, die wir tagtäglich meistern müssen. Nichts geht mit Gewalt und wir sind im Moment froh, dass sie überhaupt ihre nötige Behandlung bekommen kann und natürlich kastriert werden konnte. Immerhin wird sie nie wieder als Welpenfabrik leben müssen. 

Wir werden es weiter versuchen. Werden weiter sanften Druck ausüben, dass sie nicht zurück muss. Aber dürfen eben auch nicht zu viel Druck ausüben, weil dann sehr viele weitere Hunde darunter leiden würden, wenn wir dort des Grundstücks verwiesen würden.

Es zerreisst einem das Herz. Aber dass müssen wir aber wohl kaum erwähnen.